Jahresausflug der IG Swiss Hereford 2008

Der bereits zur Tradition gewordene Ausflug im Frühjahr der IG Swiss Hereford, führte uns diesmal in den Kanton Thurgau. Moni und Stefan Köstli haben für uns ein sehr schönes Programm zusammengestellt. Wir trafen uns bei der Kartause Ittingen und konnten auf einem geführten Rundgang viel Interessantes hören und sehen. Die Anlage geht auf das Jahr 1150 zurück, 1461 wurde das Kloster an den Kartäuserorden verkauft. Nach der Aufhebung des Klosters 1848 kaufte es eine Familie und betrieb währen über 100 Jahren Landwirtschaft, Weinbau und Weinhandel. Die Stiftung «Kartause Ittingen» übernahm 1977 die Anlage und rettete das ehemalige Kloster vor dem Zerfall. Eine umfassende Renovation folgte. Die Kartäusermönche waren Einsiedler in einer Klostergemeinschaft, wir konnten ein solches Häuschen besichtigen. Grossen Eindruck hat die Kirche hinterlassen, sie enthält weder Orgel noch Kanzel, der gotische Bau wurde im 18. Jahrhundert reich ausgeschmückt, in einer ersten Phase mit dem äusserst aufwändig geschnitzten Chorgestühl aus Nussbaumholz. Später wurde die Raumhülle durch Stukkateure, Altarbauer und Maler völlig barockisiert.
 
 
Anschliessend konnten wir noch den Gutsbetrieb besichtigen und hörten vom Verwalter einiges. Mit rund 68 ha Kulturland, 32 ha Wald und einer Alp im Toggenburg für die Sömmerung der Rinder gehört er zu den grössten Gutsbetrieben im Kanton. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, einen wesentlichen Teil für die der klösterlichen Tradition nachgelebten Selbstversorgung leisten zu können. Der vielfältige Kulturenplan zeigt 25 ha offenes Ackerland, 30 ha Wiesen und Weiden, 8 ha Weinreben, 1 ha Obst und 2 ha Hopfen. Die Trauben aus den Rebbergen werden in der eigenen Weinkellerei zu vorzüglichen Weinen gekeltert und die hofeigene Milch wird in der eigenen Käserei zu verschiedenen Milch- und Käsespezialitäten verarbeitet.
 
Zum Mittagessen begaben wir uns zum Klingenzellerhof auf dem Seerücken oberhalb von Mammern. Eine traumhaft schöne Aussicht auf Stein am Rhein und den Untersee, weidende Tiere und viele blühende Obstbäume brachten uns zum Staunen. Auch das Essen war ausgezeichnet. Der Thurgau zeigte sich von seiner allerschönsten Seite.
 
Als dritten Höhepunkt durften wir den Hof von Moni und Stefan Köstli in Kappel bei Homburg besichtigen. Sie halten eine kleinere, sehr gefällige Herefordherde. Die Tiere weideten zufrieden im saftiggrünen Gras inmitten blühender Obstbäume. Zum Betrieb gehören auch noch 50 Hochstammbäume und ein Pferd. Beim Fachsimpeln um die Tiere verging die Zeit im Nu. Ein leckeres Torten- und Kuchenbuffet war bereit und lud zum Verweilen ein. Bald war es wieder Zeit, den Heimweg unter die Räder zu nehmen. Einen ganz herzlichen Dank der ganzen Familie Köstli für den wunderbaren Tag!
 
Hans Baumann

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